Kategorie: Europa (Seite 4 von 4)

#1 Welcome to Reykjavik

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Inhalt des Artikels

Es ist endlich so weit: Heute geht die Reise nach Island los. Die Taschen sind gepackt, der Akku des Handys ist aufgeladen und das digitale Boardticket von Icelandair ist gespeichert. Ich fahre mit dem Bus und der Bahn zum Helmut-Schmidt-Flughafen, wo ich mich mit meinem Reisepartner Thies treffe.

Wir beobachten aufgeregt, nachdem wir die Sicherheitskontrolle hinter uns gebracht haben, den Trubel auf dem Flughafen und freuen uns auf unseren Flug. Die Flugverbindung zwischen Hamburg und Keflavik wird ab Juni 2022 saisonal angeboten und wir werden mit der ersten Maschine der Saison 2022 nach Keflavik fliegen.

Um 14:10 Uhr geht es los. Unser Flug dauert insgesamt 3:20 Stunden. Aufgrund der Zeitverschiebung von zwei Stunden werden wir gegen 15:40 Uhr isländischer Zeit eintreffen.

Während wir uns dem Keflavik Airport nähern, erhalten wir bereits einen ersten Eindruck von der Halbinsel Reykjanes, die sich im Südwesten Islands befindet. Es ist empfehlenswert, einen Fensterplatz oder zumindest einen Mittelplatz mit nettem Sitznachbarn zu buchen, um Island von oben sehen zu können. Der Blick aus der Vogelperspektive ist sehr eindrucksvoll.

Ankunft Keflavik Airport

Keflavik Airport
Endlich angekommen!

Bei der Landung unserer Maschine fallen mir wunderschöne blaue und violetten Lupinen am Rand der Flugbahn auf. Es handelt sich um Alaska-Lupinen, die nach dem Zweiten Weltkrieg per Flugzeug in Island eingeführt wurden, um die Bodenerosion zu stoppen.

Auf unserer Rundreise sehen wir, dass sich die Alaska-Lupinen auf Island sehr wohlfühlen und sich weitflächig ausbreiten. Die Schafe mögen die Lupinen nicht fressen, weshalb die Ausbreitung der Lupinen bei den Isländern unter Beobachtung steht, um zu vermeiden, dass die heimische Pflanzenwelt von ihnen bedroht wird.

Alaska-Lupinen
Alaska-Lupinen

Bevor wir zum Kofferabgabeschalter des Flughafens gelangen, müssen wir durch den Duty-free-Shop gehen. Dank der hohen Alkoholsteuer in Island nutzen viele Mitreisende die Möglichkeit, sich „günstig“ mit Alkohol einzudecken. Immerhin zählt Island zu den Ländern mit den höchsten Alkoholsteuern in Europa. 

Wie hoch diese ist, erfahren wir bereits gleich an unserem ersten Abend in Reykjavik.  Für ein Bier zahlen wir in unserem Restaurant jeweils 9 Euro. Unser bisher kostspieligstes Bier! Ein Glas Wein kostet zwischen 10 und 15 Euro.

Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen haben, gehen wir zu unserer Autovermietung, die sich gleich am Ausgang des Flughafens befindet. Da wir unser Mietauto über Thies gebucht haben, kaufe ich am Schalter der Autovermietung die Zweitfahrer-Option hinzu (Stand 2022: 43 Euro bei Hertz), sodass wir uns während unserer Reise beim Fahren abwechseln können. So können wir sicher sein, dass wir beide einen entspannten Urlaub haben.

Zusätzlich zur Zweitfahrer-Versicherung werden uns weitere Versicherungsoptionen mit höheren Schadenssummen angeboten, die auf unwegsamen Straßenstrecken entstehen können. Wir entscheiden uns jedoch dagegen, da wir uns vorgenommen haben, unsere erste Tour in Island ohne Offroad-Strecken zu planen und gehen zu unserem Auto.

Von Keflavik nach Reykjavik

Fahrt von Keflavik nach Reykjavik
Erste Fahrt nach Reykjavik © OpenStreetMap contributors🔗

Unsere erste Unterkunft befindet sich etwa eine Dreiviertelstunde Fahrtzeit entfernt. Kaum haben wir den Parkplatz in Keflavik verlassen, befinden wir uns auch schon in unserem ersten zweispurigen Kreisverkehr, der für uns ungewohnt und herausfordernd ist (siehe Verkehrsregelung).

Wir reisen mit dem Auto über die Route Nr. 41 in das ca. 50 km entfernte Reykjavik. An diesem Weg sind auch wieder viele Lupinen zu sehen. Wir fahren an einer Lavalandschaft entlang, die sowohl kahl als auch mit Moos bedeckt sein kann. Dabei können wir die ersten Berge mit schneebedeckten Spitzen in der Ferne erkennen. Die Lavalandschaft schließt mit einer rauen Küste und vereinzelten Strandabschnitten in einem wunderschönen tiefblauen Meer ab.

Lavalandschaft auf der Fahrt nach Reykjavik
Lavalandschaft auf der Fahrt nach Reykjavik

Die Aluminiumfabrik von Hafnarfjödur befindet sich an der Route Nr. 41 direkt am Meer und ist mit den ersten Wohnsiedlungen umgeben, die inmitten der Lavalandschaft errichtet wurden.

Aluminiumwerk Hafnarfjödur
Aluminiumwerk Hafnarfjödur

Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto dichter wird die Besiedlung und desto voller werden die Straßen mit Fahrzeugen. Nachdem wir Hafnarfjödur hinter uns gelassen haben, fahren wir an den Vororten Garðabær und Köpavogur vorbei in die Stadt Reykjavik. In der Metropole Reykjavik wohnen rund 65 % der Einwohner Islands.

Unsere erste Unterkunft in Reykjavik

Wir werden unsere erste Nacht in dem Hotel Lotus🔗 verbringen. Das Hotel ist modern und stilvoll und wurde mit modernen Kunstbildern unterschiedlicher Stile liebevoll dekoriert. Unser Hotelparkplatz befindet sich direkt vor dem Eingang und ist für alle Hotelgäste kostenfrei nutzbar.

An der Rezeption werden wir freundlich empfangen. Wir erhalten die Zimmernummer und einen Code, mit dem wir die Tür öffnen können. Dieses Schließsystem ist für uns besonders vorteilhaft, da wir weder Schlüssel noch Chipkarte mit uns führen müssen, wenn wir in das Zentrum von Reykjavik gehen. Das System erleichtert außerdem das Auschecken und macht es dadurch unkomplizierter, da wir am nächsten Tag unabhängig von der Besetzung am Empfangstisch das Hotel verlassen können.

Frühstücksraum im Hotel Lotus
Frühstücksraum im Hotel Lotus

Das Zimmer ist in einem geschmackvollen Ambiente eingerichtet und bietet für eine Nacht ausreichend Platz. Aufgrund eines Missverständnisses bei der Buchung wurde das Bett für eine Person vorbereitet. Dieses haben wir schnell ausgeräumt, und die Empfangsdame hat die Bettwäsche für die zweite Person umgehend aufgefüllt.

Wir sind erleichtert, endlich unseren Zielort erreicht zu haben. Wir machen im Hotel unsere erste Erfahrung mit dem WLAN-freundlichen Island. In kürzester Zeit ist die Verbindung hergestellt und die ersten Nachrichten an die Familie gesendet.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase bereiten wir uns auf unser erstes Erkundungsabenteuer in Reykjaviks Zentrum vor. Das Hotel liegt nur ca. 2,6 km vom Zentrum entfernt und ist somit in gut 30 Minuten zu Fuß zu erreichen, was uns nach dem Flug und der Autofahrt sehr gelegen kommt.

Auf dem Parkplatz überprüfen wir die Routenbeschreibung, die uns das Navigationsgerät auf dem Handy anzeigt. Wir wirken offenbar so verloren, dass die Inhaberin des Hotels Lotus anhält und uns sehr freundlich ihre Hilfe anbietet. Sie bietet an, uns in das Zentrum zu fahren. Ihre liebenswürdige, aufrichtige und herzliche Art hat uns so positiv überwältigt, dass wir ihr Angebot angenommen haben.

Auf der Fahrt in die Stadt tauschen wir uns mit ihr über dies und das aus. Wir erfahren, dass während unseres Aufenthalts in Reykjavik ein Kunstfestival🔗stattfindet, was sich zu einem Besuch lohnen würde. Neben Tipps für Reykjavik, wie ein morgendliches Bad im Freiluftthermalbad Laugardalslaug🔗, erhalten wir von ihr gute Wetterprognosen für unsere morgige Route auf die Halbinsel Snæfellsnes.

Obwohl unser Englisch anfänglich etwas eingerostet ist, können wir uns mit Ihr hervorragend verständigen. Ihre herzliche Art hat uns schnell erreicht und so fühlten wir uns in Island angekommen und herzlich willkommen geheißen.

Reykjavik – Das erste Kennenlernen

Wir steigen am Laugavegur aus. Der Laugavegur ist die bedeutendste Einkaufsstraße von Reykjavik. Der Laugavegur ist der „Weg der heißen Quellen“. Die Straße hat ihren Namen erhalten, da früher die Frauen hier entlanggingen, um ihre Wäsche in den warmen Quellen im Laugardalur-Tal zu waschen. An diesem Ort erinnert heute nichts mehr an einen Weg zum Wäschewaschen. Der Laugavegur ist ein lebhaftes und buntes Einkaufsviertel. Diese Gegend ist voller Geschäfte, Restaurants, Cafés, Galerien und Boutiquen. Die bunten Häuser entlang der Straßen verleihen der Stadt einen skandinavischen und fröhlich-frischen Charakter.

Wir beschließen uns erst einmal Bargeld zu holen, sodass wir Trinkgeld zahlen und um einen Notgroschen in der Tasche zu haben. Daher biegen wir in die erste Regenbogenstraße der Welt, dem Skólavörðustígur, ein. Sie ist ein Symbol der Gleichstellung für die LGBT-Community. Hier findet die jährliche Gay Pride mit gut 100.000 Besuchern statt. Die Zahl der Einwohner von Island in Betracht ziehend, ist die Isländische Gay Pride ein Zeichen der Offenheit und Aufgeschlossenheit der Isländer.

Skólavörðustígur, die erste Regenbogenstraße, mit der Hallgrímskirkja, das Wahrzeichen von Reykjavik
Skólavörðustígur, die erste Regenbogenstraße, mit der Hallgrímskirkja, das Wahrzeichen von Reykjavik

Wir erreichen die Hallgrímskirkja, das Wahrzeichen der Stadt, indem wir den Skólavörðustígur hinaufgehen. Ihr Turm ist 75 Meter hoch und überragt die Dächer der Stadt Reykjavik deutlich. Die Hallgrímskirkja ist sowohl durch ihre Lage als auch durch ihre Höhe ein eindrucksvolles Wahrzeichen von Reykjavik. Ihre Vorderseite hat die Form und Farbe eines Gletschers. Ihre Architektur ist geprägt von der für Island typischen Basaltsäulen.

Auf dem Vorplatz der Hallgrímskirkja steht eine Statue, die Leifur Eiríksson darstellt, der 1021 als erster Europäer Amerika betreten haben soll.

Da die Wolken sich ziehen, verschieben wir den Kirchen- und Turmbesuch auf das Ende unserer Reise, mit der Hoffnung bei gutem Wetter einen tollen Überblick über Reykjavik zu erhalten.

Wir beschließen, zu Abend zu essen. Die Zahl der Restaurants im und um den Laugavegur ist für uns ein wenig überwältigend. Wir entscheiden uns am Ende dafür, unsere Reise mit Fish und Chips zu beginnen. In dem gemütlich eingerichteten Reykjavik Fish Restaurant🔗 genießen wir das leckere Essen und stoßen mit dem ersten isländischen Bier auf unseren Urlaub an. Es ist das teuerste Ankunftsbier, das wir bisher hatten. Es war trotzdem köstlich!

Zwei Gläser Bier - Unser erstes isländisches Bier
Unser erstes isländisches Bier

Zunächst ist das Umrechnen der Isländischen Krone in Euro (Juni 2022 1,00 € = ca. 140 ISK) sehr ungewöhnlich, aber mit der Zeit wird es zunehmend vertrauter. Wir sind begeistert von der isländischen Herzlichkeit und werden sehr freundlich bedient.

Nach dem köstlichen Mahl schlendern wir durch die Häuserreihen hinab zum Meer. An der Sæbraut passieren wir die Sun Voyager, eine aus Edelstahl gefertigte Skulptur mit einer Höhe von 18 Metern. Die Statue wurde im Jahr 1986 zu Ehren des 200-jährigen Bestehens der isländischen Hauptstadt Reykjavik von dem Künstler Jón Gunnar Árnason erschaffen.

Blick auf die Sun Voyager
Panoramablick Sun Voyager

Das Bild, das mir in den Sinn kommt, ist das eines Wikingerbootes. Die Sun Voyager ist jedoch kein Wikingerschiff, sondern ein fiktives Boot, das das Versprechen unentdeckten Landes und einen Traum von Hoffnung, Fortschritt und Freiheit symbolisiert. Von der Sun Voyager aus, blicken wir auf die Harpa, das modernes Konzerthaus von Reykjavik, welches am Hafen liegt.

Wir freuen uns, den Blick auf das Meer und den Hausberg Esja genießen zu können, der mit 914 Metern zu den höchsten Erhebungen in der Umgebung der Hauptstadt gehört und eines der beliebtesten Ausflugsziele der Isländer ist.

Hausberg von Reykjavik, die Esja
Hausberg von Reykjavik, die Esja

Wir entscheiden uns aufgrund unserer Erschöpfung in das Hotel zurückzukehren. Es ist schon spät, aber die Dunkelheit lässt noch auf sich warten, was für die Sommerzeit in Island typisch ist. Ein Blick auf die Wetterapp verrät uns, dass es im Juni für lediglich 2 Stunden in der Nacht dunkel wird. Es ist daher sehr angenehm, dass wir im Hotelzimmer verdunkelnde Gardinen haben.

Ich bin müde und zufrieden, als ich meinen ersten Reisebericht in mein Tagebuch schreibe, nicht ahnend, dass das Tagebuch aufgrund der Fülle an Eindrücken und Erlebnissen noch notwendig für mich sein wird.

Góða nótt!

Anbei eine Karte von Reykjavik mit der Kennzeichnung unseres Hotel Lotus. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Leerdam und Gouda: 2 charmante Städtchen in Südholland für Entdecker

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Stadt Leerdam – Auf den Spuren des Leerdammers

Neben den prachtvollen Tulpenfeldern ist die Niederlande außerdem für ihren Käse bekannt. Deshalb fahre ich von der Provinz Zeeland in Richtung Norden in die Provinz Südholland und sehe mir die Herkunftsorte einiger bekannten Käsesorten an.

Den ersten Halt mache ich in der Stadt Leerdam.

Von Wemeldinge nach Gouda
Von Wemeldinge nach Gouda © OpenStreetMap contributors🔗

Als ich in Leerdam angekommen bin, bin ich überrascht, denn von dem Käse Leerdammer sehe ich weit und breit nichts. Eine Hinweistafel weist auf das Glasmuseum in Richtung des Flusses Linge und so beschließe ich erst einmal zum Museum, der Glashütte, zu gehen. An dem Fluss angekommen, finde ich eine breite, gut ausgebaute Promenade entlang des Flusses und über eine Brücke erreichbar, die Glashütte🔗. Diese Glashütte ist ein Teil des Glasmuseums.

In der Glashütte erfahre ich, dass neben der Glas- auch die Holzindustrie für Leerdam von großer Bedeutung ist. Die beiden Industriezweige sind seit dem 18. Jahrhundert die wichtigsten Wirtschaftsbereiche der Stadt. Trotzdem war es der Käse, der die Stadt Leerdam weltweit bekannt gemacht hat.

Man sollte sich für das Museum etwas mehr Zeit nehmen, denn hier kann man live Glasbläsern zuschauen, die auf traditionelle Art wunderschöne Glaskunstobjekte erschaffen. Wer Freude am Glasblasen hat, kann sich sogar im Rahmen eines Kurses selbst weiterbilden. Neben einem kleinen gemütlichen Café gibt es natürlich auch einen Shop, in dem man die schönen Glaskunstwerke kaufen kann.

Glaszentrum Leerdam
Glaszentrum Leerdam

Nach meiner Führung durch die Glasmanufaktur besuche ich die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer und die drei Turmwohnungen, die sich auf den Stadtwällen befinden.

Auf dem Weg zum Zentrum komme ich an dem Museum Hofje van Aerden🔗 vorbei. Das Stift, das im Jahr 1770 erbaut wurde, bot einst verarmten Frauen eine Unterkunft. Durch einen Besuch des Museums erhalte ich einen Einblick in die Geschichte des Stifts und kann die wunderschönen Gärten besichtigen. Das Museum verfügt zusätzlich über eine bemerkenswerte Sammlung an Gemälden.

Wo ist der Leerdammer, wo ist er?

Was soll ich dazu sagen? Wer in der Stadt Leerdam nach Leerdammer Käse sucht, wird vergeblich suchen.

Der Ursprung des Käses liegt tatsächlich in Schoonrewoerd.  Schoonrewoerd ist ein Ortsteil der Gemeinde Leerdam. Hier wird der Leerdammer auch heute noch hergestellt.

Anbei eine Karte von Leerdam mit der Kennzeichnung der Glashütte. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Die alte Marktstadt Gouda

Nach einer Reise nach Leerdam fahre ich in die Stadt meines Lieblingskäses, nämlich in das ca. 57 km entfernte Gouda.

Gouda ist eine alte Marktstadt. Sie liegt zwischen Utrecht, Rotterdam und Den Haag, an der Mündung der Gouwe in die Hollandse Ijssel. Aufgrund dieser Lage beschließe ich mir in Gouda eine Unterkunft für mehrere Tage zu suchen, denn im Vergleich zu den Großstädten ist es hier in Gouda relativ preisgünstig.

Ich möchte mein Auto die nächsten Tage stehen lassen und für die Tagestouren in die Großstädte die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Die Niederlande bieten neben dem gut ausgebauten Fahrradnetz auch ein gut ausgebautes Schienennetz an. Die Nutzung des ÖPNV ist umweltschonend, entspannend, zeitsparend und preisgünstiger als die Nutzung eines Autos.

Bevor ich die großen Städte besuche, schaue ich mir erst einmal die kleine Stadt Gouda direkt an. Von meinem Hotel aus gehe ich ca. 4 km in Richtung der historischen Stadtmitte und erfreue mich an den schönen Parkanlagen und idyllischen Kanälen und Grachten, die ich auf meinem Weg vorfinde. Je näher ich zum Zentrum der Stadt komme, desto lebhafter wird es.

Als ich am Bahnhof (Station Gouda) vorbeigehe, fällt mir auf, dass viele junge Menschen mit dem Zug gefahren sind. Es handelt sich um SchülerInnen, StudentInnen und PendlerInnen, die täglich zwischen den Großstädten Utrecht, Rotterdam, Den Haag und der Stadt Gouda fahren.

Der Bahnhof befindet sich nahe dem Grachtenring Kattensingel, der den Stadtkern von Gouda umschließt. An den Brücken, die über den Kattensingel führen, erkennt man den Beginn der Altstadt sowie auch an kleine Fähnchen, die an einem Seil befestigt sind und über die Eingänge der Einkaufsgassen gespannt wurden. Diese Gassen führen zum dreieckigen Marktplatz und laden zum Einkaufen ein.

Das Gouds Kaashuis🔗, ein traditionell niederländisches Kaufhaus, befindet sich an einer Ecke des Marktplatzes in der Hoogstraat 1. In diesem Geschäft findet man alles, was das Käseherz begehrt. Ich bin begeistert von der Sortenvielfalt des Käses.  Neben dem klassischen Gouda gibt es auch Variationen mit Kräutern, Pfeffer, Trüffel oder Gemüse. Die Käseauswahl ist umfangreich und umfasst neben Käse auch Käsemesser, Spießen und Bretter. Der Laden ist in der Regel zu den normalen Geschäftszeiten der Stadt geöffnet.

Das historische Stadthuis Gouda

Auf dem Marktplatz befindet sich das im spätgotischen Stil von 1449 bis 1459 errichtete Stadthuis. Dieses Gebäude ist nicht nur von außen sehr beeindruckend. Es lohnt sich auch hereinzugehen, denn im dortigen Trouwzaal (Hochzeitssaal) ist ein Wandteppich von David Rufelaer aus dem 17. Jahrhundert zu sehen.

Rathaus von Gouda
Stadthuis Gouda
Seitenansicht am Rathaus von Gouda
Seitenansicht am Rathaus von Gouda

Jede halbe Stunde stellt ein Figurenspiel an der Ostseite des Stadthuis die Verleihung der Stadtrechte durch den Grafen Floris V. von Holland dar und ist sehr empfehlenswert.

Figurenspiel am Rathaus in Gouda
Figurenspiel am Rathaus in Gouda

Das Stadthuis ist umgeben von schönen, teilweise historischen Häusern, die den Marktplatz umsäumen. Sie bieten den Besuchern viele gastronomische Möglichkeiten, oft auch mit einem Außenbereich, und sind ein beliebtes Ziel für Touristen.

Gouda ist bekannt für seine berühmte Waage, die De Goudse Waag , die sich gegenüber dem Stadthuis an der Nordostseite des Marktplatzes befindet. Das Gebäude wurde im Jahr 1668 von Pieter Post erbaut und ist daher historisch bedeutsam. Hier steht die Stadtwaage, mit der unter anderem Käselaibe gewogen wurden. Heute kann das Haus als Käse- und Handwerksmuseum besucht werden, das ich sehr empfehlen kann. In diesem Museum erhalten Sie Informationen über die Produkte, die hier gewogen und gehandelt wurden, sowie über die Herstellung von Käse.

Haus des Käsemuseums in Gouda
Gouda Waag

Eventtipps

Käsemarkt Gouda – Einfach cheesy!

Die wichtigste Attraktion ist der traditionelle Käsemarkt. Der Markt findet von Anfang April bis Ende August/Anfang September an jedem Donnerstag von ca. 10.00 bis 12.30 Uhr auf dem Marktplatz statt. Auf diesem Markt wird Käse nach traditioneller Art und Weise mit Hand wiegen und per Handschlag verkauft und ist ein besonderes Erlebnis.

Für vorweihnachtliche Romantik: Die Kerzennacht – Gouda bij Kaarslicht

Mitte Dezember findet alljährlich der Kaarsjesavond am Marktplatz statt. An diesem Abend werden alle elektrischen Lichter auf dem Marktplatz durch Kerzen ersetzt. Allein das Rathaus wird mit über 2.000 Kerzen geschmückt. An diesem Abend wird die Beleuchtung des Weihnachtsbaums auf dem Marktplatz angemacht und traditionelle Weihnachtslieder gesungen.

Anbei eine Karte von der Stadt Gouda. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Urlaubstipp: Provinz Zeeland – Noch mehr Meer geht echt nicht, Leude!

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Nachdem ich mich in Baarle-Nassau aufgehalten habe, ziehe ich in die Südwestprovinz der Niederlande, genauer gesagt in das Zeeland. Die Provinz Zeeland besteht zum größten Teil aus Inseln, Halbinseln und viel Meer.

Wemeldinge an der Oosterschelde

Auf meinem Weg zu meiner nächsten Unterkunft fahre ich an vielen Kilometern Deich entlang und genieße den wunderschönen Ausblick auf die Nordsee sowie die frische Meeresbrise. Meine nächste Unterkunft befindet sich im Dorf Wemeldinge, welches sich direkt an der Oosterschelde befindet. Von hier aus plane ich Tagesausflüge, um die Umgebung von Zeeland kennenzulernen. 

Meine Unterkunft Hotel Eetcafé Smits🔗liegt direkt am Deich. Ich nehme die Gelegenheit wahr, meine Beine nach der langen Fahrt am Deich zu vertreten. Es spielt keine Rolle, in welche Richtung ich spazieren gehe, denn von meinem Hotel aus, kann ich stundenlang am Deich spazieren gehen und das Meer genießen.

Anbei eine Karte von Wemeldinge mit der Kennzeichnung meines Hotels Eetcafé Smits. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Ich beschließe zunächst den Hafen und die nähere Umgebung von Wemeldinge zu erkunden, genieße die spätsommerliche Wärme und lasse den Tag mit einem Glas Wein und einem leckeren Abendbrot zu Ende gehen.

Am nächsten Morgen ist das Wetter zwar bewölkt, jedoch bricht die Sonne bald durch die Wolken, sodass ich meine geplante Radtour antreten kann.

Sonnenaufgang in Wemeldinge

Vorher nutze ich die frühe Morgenstunde, um noch ein paar Eindrücke von Wemeldinge mit meiner Kamera zu fangen.

Wassernixe von Wemeldinge
Wassernixe in Wermeldinge

Nach dem Frühstück leihe ich mir in Wemeldinge ein Fahrrad und mache eine Rundtour von Wemeldinge nach Goes und zurück.

Fahrradtour nach Goes
Fahrradtour nach Goes © OpenStreetMap contributors🔗

Ich starte meine Radtour direkt am Deich. Obgleich das Treten aufgrund des Gegenwindes viel Kraft kostet, ist der Ausblick der Mühe wert.

Ich bin nicht allein, denn es gibt bereits fleißige Muschelsammler, die die Ebbe-Zeit gut zu nutzen wissen.

Nach ungefähr 5 km fahre ich von dem Deich bei dem Ort Kattendijke weg und fahre dann entlang der Felder Richtung Goes.

Goes ist ca. 10 km von meinem Ausgangspunkt entfernt und kann problemlos mit dem Fahrrad erreicht werden, da die Fahrradwege einwandfrei ausgebaut sind. Über die Ganzepoortbrug erreiche ich das Stadtzentrum, wo ich mein Fahrrad abstellen konnte, um Goes zu Fuß zu erkunden.

Goes ist eine Stadt mit vielen malerischen Elementen. Der Marktplatz ist umgeben von historischen Gebäuden und wird von vielen Menschen frequentiert. Es gibt eine Vielzahl an interessanten Läden und Cafés.

Das Zentrum der Stadt wird von der Kreuzbasilika Maria Magdalenakerk beherrscht, die im spätgotischen Stil erbaut wurde.

Kreuzbasilika Maria Magdalenakerk
Kreuzbasilika Maria Magdalenakerk

Ich gehe über den Marktplatz weiter in Richtung Hafen, der in der Nähe der schönen Altstadt liegt. Es handelt sich heutzutage um einen kleinen Jachthafen, der von wunderschönen historischen Gebäuden umrahmt ist.

Gestärkt mit einer traditionell niederländischen Sirupwaffel (Stroopwafel) fahre ich über Monnikendijk zurück nach Wemeldinge.

Mein Mietrad
Mein Mietrad

Middelburg, die Hauptstadt von Zeeland

Am nächsten Tag fahre ich wieder mit dem Auto, da meine nächsten Ziele zu weit entfernt sind.

Mein erstes Ziel ist die älteste Stadt der Niederlande: das reizvoll gelegene Middelburg. Middelburg ist die Hauptstadt von Zeeland und bekannt für ihr spätgotisches Stadthuis (Rathaus) und die mittelalterliche Stadtanlage, die während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt wurde, jedoch nach Kriegsende aufwendig restauriert wurde.

Middelburg liegt ca. 30 Minuten von Wemeldinge entfernt und ist mit dem Auto über die A58 bequem zu erreichen. Das Parkleitsystem leitet mich sicher zu einem Parkplatz in der Nähe des Stadtzentrums.

Bei der Parkplatzsuche ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da viele Parkplätze direkt an dem Grachtengürtel angelegt wurden, der einst zur Verteidigung der Stadt errichtet wurde. Hier gilt es, mit Bedacht und Vorsicht einzuparken, um ein trockenes Auto zu behalten;)

Grachtengürtel in Middelburg
Grachtengürtel in Middelburg

Während ich vom Parkplatz am Binnenhafen in Richtung der Altstadt gehe, fühle ich mich in eine andere Zeit versetzt. Middelburg hat viele schöne alte Häuser und wirkt sehr gepflegt. Ich wandere durch die malerischen Gassen der Altstadt und entdecke in den Seitengassen viele kleine Geschäfte und viele mittelalterlich gekleidete Künstler und Musiker.

Am Marktplatz angekommen, fällt mir sofort das wunderschöne Rathaus auf, das von 1452 bis 1458 im gotischen Stil erbaut wurde.

Das Stadthuis wurde während des Zweiten Weltkriegs größtenteils zerstört; jedoch wurde es nach der Originalplanung wieder aufgebaut. Ein wahres Wunderwerk an Kunstfertigkeit ist dessen Fassade, an der 25 niederländische Grafen und Gräfinnen aus dem Jahr 1513 angebracht sind. An der Spitze jedes Baldachins befinden sich Fabeltiere.

Rathaus in Middelburg
Rathaus in Middelburg

Bei meinem Spaziergang durch die idyllischen Seitenstraßen erreiche ich die Straße Langeviele, die direkt zur Gracht „Achter de Houttuinen“ und zum Kloveniersdoelen (Haus der Schützengilde) führt.

Kloeveniersdoeren in Middelburg
Kloeveniersdoeren in Middelburg

Im Haus der Schützengilde befinden sich ein Grand Café und ein Kino.Im Garten befindet sich eine Außengastronomie.

Nach meinem Aufenthalt in der Stadt Middelburg entscheide ich mich für ein Kontrastprogramm und fahre an die Nordseeküste.

Anbei eine Karte von Middelburg. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Das Seebad Domburg

Mein Ziel ist das idyllische Seebad Domburg, das 13 km nordwestlich von Middelburg liegt und an der Küste von Walcheren gelegen ist. Im 19. Jahrhundert war es ein beliebter Badeort in den Niederlanden. Sissi, die Kaiserin von Österreich, hat ihn besucht.

In Domburg wurde ein Parkleitsystem installiert. Ich entscheide mich für einen kostenfreien Parkplatz am Ortseingang, sodass ich meinen Weg zum Strand mit einem Ortsbesuch verbinden kann. Die Gemeinde Domburg hat eine Einwohnerzahl von etwa 1.650 Bürgern. Das Seebad scheint sehr idyllisch im Vergleich zu dem lebendigen Middelburg. Viele alte Gebäude befinden sich noch in einem guten Zustand und sind umgeben von schönen Gartenanlagen. Die frische Meeresbrise umweht mich schon von Weitem. Domburg hat etwas von der Atmosphäre der Insel Sylt.

Nach einem kurzen Spaziergang durch das Seebad führt mich ein Weg zum Strand. Der ausgeschilderte Weg führt mich direkt an dem majestätisch aussehenden Strandhotel Duinheuvel vorbei.

Strandhotel Duinheuvel in Domburg
Strandhotel Duinheuvel in Domburg

Über einen schmalen Fußweg gelange ich zur Strandpromenade und blicke direkt auf den wunderschönen breiten Sandstrand von Domburg. Jetzt verstehe ich, warum Domburg auch das niederländische Sankt-Peter-Ording genannt wird. Das Dünengebiet ist weitläufig und der feine Sandstrand breit gezogen.

Die Dünenanlage ist mit einer gut ausgebauten Promenade ausgestattet. Ich wähle den Hoge Hill (Hoher Hügel) als Ziel aus. Oben auf dem Hügel angekommen, habe ich eine fantastische Aussicht über das Seebad Domburg und seine Umgebung.

Strandansicht in Domburg
Strandansicht in Domburg

Die Kombination aus blauem Meer, breiten Strand und Dünen, die mitunter mit Seegras, Hagebutten- und Sanddornbüschen bewachsen sind, gefällt mir. Hier kann ich die Seele erfrischen.

Ich mache mich auf den Weg zum Watertoren van Domburg, einem Wasserturm. Der Wasserturm von Domburg ist zwar nicht mehr im Betrieb, wird aber von den Einwohnern von Domburg als Wahrzeichen angesehen. Auf dem Weg dorthin mache ich eine kurze Pause und esse im Pavillon Strand90🔗 eine Kleinigkeit.

Das Essen ist hervorragend und die Terrasse bietet einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer.

Nachdem ich am Wasserturm war, gehe ich zum Abschluss des Tages schwimmen und sonne mich ein wenig am Strand.

Müde und entspannt gehe ich den Heimweg über die N287 und N288 nach Wemeldinge an.

Anbei eine Karte von dem Seebad Domburg. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Oosterscheldedam

Bei meiner heutigen Tagestour möchte ich den nordwestlichen Teil von Zeeland besichtigen. Der erste Punkt auf meiner Liste ist der Oosterscheldedam.

Um die Provinz Zeeland vor Sturmflut und Überschwemmungen zu beschützen, wurden 1967 drei künstliche Arbeitsinseln errichtet. Es gab einen Damm und eine Brücke, die das Festland mit der Insel verbanden.

Die Aufgabe bestand darin, eine Sturmflutwehr zu errichten, die die natürlichen Prozesse des Meeres und des Küstengebiets nicht beeinträchtigt. Grund hierfür sind die Gezeiten der Nordsee, die für die Pflanzen- und Tierarten in der Oosterschelde von besonderer Bedeutung sind. Ohne Gezeiten würde die Oosterschelde ein Süßwassergebiet werden und würde weitreichende Folgen für Pflanzen und Tiere haben. Demzufolge wurde 1974 ein halb offener Damm als Sturmflutwehr gebaut.

Der Oosterscheldedam besitzt 62 Öffnungen mit 42 m breiten Schiebern, durch die das Salzwasser in die Oosterschelde hinein- und herausfließen kann. Wenn aufgrund einer Sturmflut die Gefahr eines Hochwassers besteht, wird der Damm geschlossen, um das Land zu schützen.

Oosterscheldedam

Mein Ausflugstipp:

In der Ausstellung auf der Arbeitsinsel Neeltje Jans🔗 kann man sich über die 2.000-jährige niederländische Wasserbautechnik informieren. Es lohnt sich außerdem, die Führung über den Oosterscheldedamm zu wählen. Die Tour beginnt am Eingang zum WaterLand Neeltje Jans.

Anbei eine Karte vom Oosterscheldedam. Zum Rein- und Rauszoomen einfach auf die Karte klicken.


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Das historische Zieriksee

Nach meinem Besuch am Oosterscheldedam fahre ich weiter nach Schouwen-Duiveland, um dort Zierikzee zu besuchen. Die Stadt ist die Hauptstadt dieser Region und trägt zu Recht den Beinamen „Denkmalstadt“, da nahezu 600 Gebäude denkmalgeschützt sind.

Die Stadt Zierikzee ist ein Begriff für eine lange und interessante Geschichte. Sie wurde im 10. Jahrhundert als Dorf für viele Fischer gegründet. Durch die Fischerei und den Hafenbau wurde Zierikzee zu einem bedeutenden Seehafen, der der Stadt wirtschaftlichen Wohlstand brachte.

Aufgrund ihrer Insellage wurde die Stadt im 19. Jahrhundert wirtschaftlich unbedeutender. So kam es auch, dass die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts in der Stadt keine Auswirkungen hatte, da sie schlicht daran vorbeiging. Deshalb sind viele historische Bauwerke erhalten geblieben, sodass man die Stadt mit ihrem heutigen Jachthafen, der romantischen Altstadt und ihren schönen Sandstränden genießen kann.

Zierikzee und seine Umgebung sind vor allem bei Wassersportlern und Badeurlaubern sehr beliebt. Durch den Bau von Dämmen und die Zeelandbrug ist die Insel Schouwen-Duiveland optimal vom Festland aus zu erreichen.

Meine Tour startet direkt an der Nieuwe Kerk (Neue Kirche), die im neoklassischen Stil gebaut und 1988 nach einer Restaurationsphase eingeweiht wurde. Vorbei an den schmalen, gemütlichen Gassen, die mit Museen, Galerien und niedlichen Cafés gesäumt sind, gehe ich in Richtung Marktplatz. Während ich die Straße entlang schreite, befinde ich mich in unmittelbarer Nähe zum Stadthuis von Zierikzee, dem Rathaus der Stadt.

Neue Kirche in Zierikzee
Nieuwe Kerk

Das achteckige Rathaus mit seinem Glockenspiel ist von Weitem gut zu erkennen. Auf der Spitze des Turmes befindet sich eine Skulptur von Neptun mit seinem Dreizack. Das Rathaus wurde im Jahre 1554 von Bloemmaert erbaut und beherbergt das heutige Stadhuismuseum, das über die Geschichte der Stadt informiert.

Rathaus in Zieriksee
Rathaus in Zieriksee
Stadthuisturm von Zierikzee
Stadthuisturm von Zierikzee

Das Tempeliershuis ist gegenüber dem Rathaus zu finden. Das Haus wurde im 14. Jahrhundert gebaut und ist eines der ältesten und größten Häuser der Niederlande, welches sich im Privatbesitz befindet. Die Fassade präsentiert sich im „Brügger Stil“.

Ich gehe den Gassen in Richtung des Marktplatzes folgend. Zierikzee bietet schöne Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants. Auf dem Marktplatz finden sich Wasserspiele, die vor allem bei Kindern sehr beliebt sind. Ein Gebäude fällt sofort ins Auge: die Gasthuiskerk. Das Gebäude ist aus dem 14. Jahrhundert und diente einst als Gasthaus. Nun gehört es der Hervormde Gemeente Zierikzee, einer reformierten Gemeinde mit konfessionell-evangelischer Ausrichtung.

Die Hervormde Gemeente in Zierikzee
Gasthuiskerk

Auf dem Heimweg überquere ich die Zeelandbrug, die 5 km lang ist. Die Brücke war die längste Europas, bis sie 1972 durch die schwedische Öllandbrücke abgelöst wurde. Ein Teil von ihr hat eine Klappfunktion. Ich hatte die Möglichkeit, das Öffnen und Schließen der Brücke live zu verfolgen.

Zeelandbrug
Zeelandbrug

Mit dem Besuch der Stadt Zierikzee endet meine Zeit in der Provinz Zeeland, aber in einem bin ich mir sicher: Ich werde nicht das letzte Mal in Zeeland gewesen sein!

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Noord-Brabant entdecken: 3 geniale Orte für Ausflüge!

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Inhalt des Artikels

Eindhoven – Die Stadt des Lichts

Meine Rundreise durch die Niederlande beginnt in der Provinz Noord-Brabant in Eindhoven. Ich bin mit dem Auto von Deutschland nach Luxemburg und von dort aus weiter nach Eindhoven gefahren. Die größte Stadt der Südniederlande ist bekannt als Zentrum von Technologien und Design und als Ursprungsort des Elektronikkonzerns Philips. Einst war in Eindhoven das Philips-Werk für die Herstellung von Glühbirnen ansässig. Aufgrund dessen wird die Stadt auch „Licht-Stadt“ genannt.

Die Innenstadt von Eindhoven lässt sich auf angenehme Weise zu Fuß erkunden. Sehenswert ist auf jeden Fall die Sint-Catharinakerk. Die Kirche befindet sich im Zentrum von Eindhoven und wurde 1867 im neugotischen Stil fertiggestellt. Die Sint-Catharinakerk ist ein Wahrzeichen von Eindhoven und wurde zum Nationaldenkmal ernannt.

Sint-Catharinakerk in Eindhoven
Sint-Catharinakerk in Eindhoven

Unweit der Sint-Catharinakerk stoße ich auf das Straßen-Dreieck Kleine Berg, Grote Berg und Bergstraat. In diesem Straßen-Dreieck befinden sich eine Vielzahl an interessanten Geschäften, Restaurants und Cafés, die zu einem abwechslungsreichen Stadtbummel einladen.

Auch in der Nacht hat Eindhoven einiges zu bieten. Die längste Kneipenstraße der Niederlande ist hier zu entdecken: die Stratumseind. Die Stratumseind bietet alles, was das Partyherz begehrt: Bars, Kneipen und Lokale. Ich habe mir bei einem kühlen Bier im Stage Music Cafe die Live-Musik angehört und mich sehr daran gefreut. Dies ist der perfekte Ort, um den Abend zu beenden.

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Nuenen – Auf Besuch bei van Gogh

Der Ort Nuenen befindet sich etwa 10 km von Eindhoven entfernt. Der Ort ist aufgrund der Filmreihe „Bands of Brothers – Wir waren Brüder“ bekannt, in der die amerikanische Easy Company auf Widerstand gestoßen ist. Nuenen ist gleichzeitig bekannt als Wohnort von Vincent van Gogh.

Wer heute Nuenen besucht, findet einen sehr idyllischen Ort vor, der an den Zweiten Weltkrieg kaum noch erinnert. Ich habe die Stille des Ortes sehr genossen, nachdem ich von der quirligen Stadt Eindhoven entkommen war.

In Nuenen gibt es einen wunderschönen Park.

Das Vincentre, das Van-Gogh-Zentrum, ist etwa 300 m vom Park entfernt und kann wirklich empfohlen werden. Das Van-Gogh-Museum ist in dem alten Pfarrhaus untergebracht, in dem Van Gogh zwischen 1883 und 1885 gelebt hat und ist sehr liebevoll eingerichtet.

Das Vincentre in Nuenen
Das Vincentre in Nuenen

Neben dem Vincentre befindet sich die protestantische Van Goghkerkje, die Vincent van Gogh mehrfach gemalt und skizziert hat.

Van Goghkerkje in Nuenen
Van Goghkerkje in Nuenen
Seitenansicht der Van-Gogh-Kirche in Nuenen
Seitenansicht der Van-Gogh-Kirche in Nuenen

Tipp für Radler: Radfahrer finden von Eindhoven aus eine hervorragende Anreise nach Nuenen mit dem Rad. Der Van Gogh-Roosegaarde Radweg 🔗ist einzigartig und führt an 5 der insgesamt 14 Van Gogh-Schauplätze vorbei, die von Van Gogh skizziert bzw. gemalt worden sind. Die kleinen bunten Steine, die sich tagsüber aufladen und im Dunkeln leuchten und so den „Sternenhimmel“ von van Gogh wiedergeben sollen, sind ein schönes Detail des Radweges.

Route von Eindhoven nach Nuenen
Route von Eindhoven nach Nuenen © OpenStreetMap contributors🔗

Baarle, das merkwürdigste Dorf Europas

Auf meiner Fahrt nach Zeeland habe ich einen Zwischenstopp in dem wohl merkwürdigsten Dorf Europas gemacht: Baarle!

Route von Eindhoven nach Wemeldinge
Route von Eindhoven über Baarle nach Wemeldinge © OpenStreetMap contributors🔗

Baarle ist ein Ort, der unbedingt besucht werden sollte. Das Dorf besteht aus der niederländischen Enklave Baarle-Nassau und der belgischen Exklave Baarle-Hertog und hat insgesamt 9.000 Einwohner.

Die Gemeinde Baarle-Hertog gehört zur belgischen Provinz Antwerpen und ist aus insgesamt 22 Exklaven zusammengesetzt, die von der niederländischen Gemeinde Baarle-Nassau umgeben sind.

Die Gemeinde Baarle-Nassau besteht aus sieben niederländischen Unterexklaven in den belgischen Enklaven.

Aufgrund des Flickenteppichs von En- und Exklaven gibt es in Baarle vieles in zweifacher Ausführung: Rathaus, Bürgermeister, Staatsangehörigkeit, Gemeinderat etc.

Ob man sich in der Niederlande oder in Belgien befindet, erkennt man zum einen an der Grenzmarkierung auf der Straße…

Bodengrenze in Baarle-Nassau
Bodengrenze in Baarle-Nassau

… zum Anderen an den Nationalflaggen auf den Hausnummern. Die Grenzen verlaufen teilweise auch durch Wohnhäuser und Geschäfte.

Grenze durch ein Wohnhaus in Baarle-Nassau
Wohngrenze durch ein Wohnhaus (links Niederlande – rechts Belgien)
Belgische Hausnummer in Baarle-Nassau
Belgische Hausnummer

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Erkunden des größten Länderpuzzles der Welt!

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Einfach wow! Warum Luxemburg Stadt einer meiner neuen Lieblingsorte ist

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Wer die Stadt Luxemburg kennenlernen möchte, kann dieses problemlos zu Fuß (idealerweise mit leichten Wanderschuhen) machen. Sie sind nicht fit oder möchten die Stadt mit dem Rad erkunden? Keine Sorge, das ist kein Problem. 

Luxemburg ist eine Stadt, die gut mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden ist. In der Stadt gibt es neben den Bussen auch ein gut ausgebautes Straßenbahnnetz.

Durch die Luxembourg Card 🔗haben Sie freien oder vergünstigten Zugang zu vielen Sehenswürdigkeiten und können die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos oder ermäßigt nutzen.

Stadtviertel Gare

Im Stadtteil Gare befindet sich der Hauptbahnhof von Luxemburg, der dem Hamburger Hauptbahnhof zum Teil ähnelt. Das Gebäude wurde zwischen 1907 und 1913 von drei deutschen Architekten (Rüdell, Jüsgen und Scheuffel) im neobarocken Stil erbaut. Der luxemburgische Künstler Armand Strainchamps gestaltete 1994 die Decke der Bahnhofshalle mit einem wunderschönen Sternenhimmel.

Bahnhof Luxemburg

Neben dem Stadtteil Gare befinden sich die Arbeiterviertel Bonnevoie und Hollerich. In Hollerich befinden sich einige alte Fabrikgebäude, die inzwischen in Bars, Kneipen und Restaurants umgewandelt wurden. So kann man abends hier angenehm einkehren.

Die hohe Anzahl an Menschen, die in Luxemburg arbeiten und von außerhalb kommen, sorgt für einen hohen Grad an Verkehrsaktivität sowohl am Bahnhof als auch generell im Stadtteil Gare. Vor dem Busbahnhof befinden sich die Haltestellen für die Straßenbahnen und Busse. Der Bahnhofsplatz ist ein beliebter Treffpunkt und bietet eine große Auswahl an Geschäften, Cafés und Restaurants.

Der Hauptbahnhof befindet sich direkt an der Avenue de la Gare, von der sich die Avenue de la Liberté abzweigt. Die Avenue de la Liberté diente einst als repräsentative Prachtstraße, auf der sich Unternehmen präsentieren konnten. Die Gebäude, die hier stehen, sind in den verschiedensten Stilen erbaut worden. Der klassische Renaissancestil findet hier unmittelbar Berührung mit dem Jugendstil. Je weiter ich mich auf der Avenue de la Liberté in Richtung des historischen Stadtkerns bewege, umso ruhiger wird es.

Am Place de Metz komme ich an der Banque et Caisse d`épargne de l´Etat (der luxemburgischen Staatsbank) vorbei. Das historische Gebäude ist nicht nur ein Bankgebäude, sondern beherbergt auch ein Museum über das Bankwesen.

Place de Metz
Place de Metz

Vom Place de Metz führt die Avenue de la Liberté in die Pont Adolphe über, die den Stadtteil Gare mit der Oberstadt verbindet. Bei meinem letzten Besuch befand sich die Brücke leider im Umbau für die Straßenbahn. Deswegen habe ich die Brücke nicht überqueren können und musste auf die moderne Schwester der Pont Adolphe ausweichen, nämlich auf die Pont Viaduct.

Bei der Überquerung habe ich eine gute Sicht auf die Pont Adolphe. Die 153 Meter lange Steinbogenbrücke von 1903 mit dem Doppelbogen und den beiden Mittelbögen wirkt trotz der teilweise baubedingten Verkleidungen sehr majestätisch. Die beiden Brücken führen über das Petrus-Tal, welches ca. 50 Meter tief ist und einst als natürliche Verteidigungsanlage der Stadt genutzt wurde.

Das Vallée de la Pétrusse

Heutzutage wird das insgesamt ringförmige Tal mit seinen wunderschön angelegten Parkanlagen von den Luxemburgern als Naherholungsgebiet genutzt. Die Pétrusse selbst ist ein Nebenfluss der Alzette.

Für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, bietet sich die Möglichkeit, sich das Tal teilweise mit dem Pétrusse Express, einem touristischen Zug inklusive Audioführung, anzuschauen. Der Zug fährt weiter in das Stadtviertel Grund und von dort aus auf das Rhamplateau. 

Ich empfehle (wenn möglich), mit einem Leihrad (vom Verleih Velóh 🔗) das Pétrusse-Tal zu erkunden, da nicht nur das Pétrusse-Tal, sondern auch der Stadtpark (Parc municipal) mit der Villa Vauban 🔗 sehr sehenswert ist. Die Villa Vauban ist ein Museum für alte Kunst und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es ist daher nicht nur historisch, sondern auch wirklich schön anzusehen. Im Garten der Villa befindet sich ein Café, das zu einer Erfrischungspause einlädt.

Brücke im Vallee
Brücke im Vallee
Treppe zum Vallee
Treppe zum Vallee
Kirche im Vallee
Kirche im Vallee

Die Oberstadt mit der mittelalterlichen Altstadt

Auf der anderen Seite der Pont Viaduct befinde ich mich am äußersten Rand der Oberstadt. Hinter der Brücke liegt die Abzweigung zum Plateau du Saint-Esprit. Von dem Plateau aus habe ich einen herrlichen Blick auf die Unterstadt mit den Vierteln Grund, Clausen und Pfaffenthal sowie auf den Fluss Alzette.

Blick auf das Bahnhofsviertel
Blick auf das Bahnhofsviertel
Blick auf den Stadtteil Grund
Blick auf den Stadtteil Grund
Cité judiciaire
Cité judiciaire

Auf dem Weg in die Altstadt erblicke ich den Stadtteil Kirchberg und den Bockfelsen mit den historischen Kasematten. Es lohnt sich aber nicht nur die ferne Landschaft zu bewundern, auch wenn die Aussicht beeindruckend ist.

Auf dem Weg vom Saint-Esprit-Plateau in die Altstadt von Luxemburg passiere ich das Palais de Justice und die Cité judiciaire. Hier befinden sich die Gerichtssäle der Justizbehörde. Die Gebäude wurden im Stil der Barockzeit erbaut und mit Putten verziert. An der Cité judiciaire befindet sich ein Aufzug, mit dem man in wenigen Sekunden in die Unterstadt, das Viertel Grund, gelangt und während der Fahrt einen schönen Panoramablick genießen kann.

Von der Cité judiciaire aus gelange ich in die kleinen, romantischen Straßengassen der Altstadt. Ich gelange über die Rue du Saint-Esprit direkt zum Großherzoglichen Palast und zur Chambres des Deputes, dem luxemburgischen Parlament (Legislative). Luxemburg ist eine repräsentative Monarchie, deren Regierungsform eine konstitutionelle Monarchie ist. Die Abgeordnetenkammer besteht aus 60 Abgeordneten, die alle fünf Jahre vom Volk gewählt werden.

Wer Schokolade liebt, sollte das Chocolate House unbedingt besuchen, das sich neben dem Chambres des Deputes und dem Palais Grand-Ducal befindet. Wer Glück hat, kann bei einer heißen Tasse heißer Schokolade den Wachwechsel vor dem Palais miterleben. 

Gut zu wissen: Wenn zwei Soldaten auf dem Wachposten sind und die Nationalflagge gehisst ist, ist der Großherzog anwesend.

Von der Rue de la Reine komme ich auf den Place Guillaume II. Der Markt wurde nach Großherzog Wilhelm II. benannt, der für das Großherzogtum die erste Verfassung erließ. Zu seinem Gedenken wurde ein Reiterstandbild von ihm auf dem Platz errichtet.

Reiterstandbild Guillaume II
Reiterstandbild Guillaume II

Auf dem Place Guillaume II findet wöchentlich ein Wochenmarkt statt, sowohl mittwochs als auch samstags vormittags. Zudem steht hier das Rathaus von Luxemburg, das von zwei Bronzelöwen flankiert wird.

Rathaus Luxemburg
Rathaus Luxemburg

Am Rathaus verbindet ein Treppenaufgang den Place Guillaume mit der Rue Notre-Dame, die mich direkt zur Cathédrale Notre-Dame (Liebfrauenkathedrale aus dem 17. Jahrhundert) führt. Ihre drei Türme sind das Wahrzeichen der Stadt Luxemburg. Die Cathédrale Notre-Dame ist einen Besuch wert und ist noch heute aufgrund der Marienstatue „Unserer Lieben Frau“, der Patronin der Stadt und des Landes, ein Pilgerziel.

An der Stirnseite des Place Guillaume II befindet sich das Luxembourg City Tourist Office 🔗, das geführte Stadtführungen und Radtouren anbietet.

Über eine Passage gelange ich vom Place Guillaume II zum Place d`Armes, einem ehemaligen Paradeplatz für das Militär. Heutzutage schmücken an dem großen rechteckigen Platz zahlreiche Restaurants mit Außensitzbereichen die Umgebung. Es gibt im Zentrum des Platzes eine Musikbühne. Hier finden im Sommer viele Open-Air-Konzerte statt. Von März bis Oktober findet außerdem auf dem Place d`Armes an jedem zweiten Samstag ein Flohmarkt statt. Das Stadtpalais befindet sich an der Stirnseite des Paradeplatzes, und wird gern für Empfänge genutzt.

Bockfelsen und Kasematten

Östlich vom Place d`Armes gelegen, komme ich an der Église Saint-Michel vorbei und gelange direkt zum Bockfelsen und den Kasematten.

Kasematten
Kasematten

Die Altstadt und die Kasematten wurden 1994 durch die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die in den Felsen eingeschlagenen Gänge dienten sowohl als Verteidigungsanlagen als auch als Beherbergung für Truppen und Zivilisten. Unter spanischer Herrschaft entstanden 1644 die ersten Kasematten (Petrus-Kasematten). Die Kasematten unterlagen später der Verwaltung durch das französische Militär und unter der österreichischen Herrschaft. Diese erweiterten die Kasematten unter Einbeziehung des Bock-Kasematten-Systems auf eine Gesamtlänge von 23 km und eine maximale Tiefe von 40 m. 

Später wurde Luxemburg zu einer neutralen Zone erklärt. In dem Zuge ist die Festung 1867 geschleift worden. Die Abrissarbeiten dauerten 16 Jahre lang, bis sie schließlich eingestellt wurden. Dadurch wurde die Länge der Kasematten auf 17 Kilometer verkürzt. Heute kann man die gut begehbaren Kasematten besichtigen.

Kasematten I
Kasematten I
Kasematten II
Kasematten II

Neben den alten Kanonen bieten einige Felsöffnungen einen atemberaubenden Blick auf die ehemalige Abtei Neumünster, die sich im Stadtteil Grund befindet. Gelegentlich ist Vorsicht mit dem Kopf geboten, da einige Gänge niedrig sind. An heißen Tagen bieten die Gänge eine willkommene Abkühlung.

Nach meinem Besuch der Kasematten wandere ich den Fußweg an der Wehrmauer entlang. Der Chemin de la Corniche ist ein Weg, der sich im 17. Jahrhundert entwickelt hat und einen atemberaubenden Blick auf das Alzette-Tal und den Stadtteil Grund bietet. Angesichts dessen wird der Weg als der schönste Balkon Europas bezeichnet. Der Weg endet am Place du Saint-Esprit.

Je näher ich dem Place du Saint-Esprit komme, desto deutlicher kann ich die in der Ferne liegenden EU-Gebäude auf dem Kirchberg erkennen.

Blick auf Kirchberg
Blick auf Kirchberg

Stadtviertel Grund

Der Stadtteil Grund liegt im Tal der Alzette und ist über zwei Wege gut erreichbar. Zum einen kann man am Place du Saint-Esprit einen Lift nutzen, mit dem man innerhalb von wenigen Sekunden von der Oberstadt in das Stadtviertel Grund gelangt. Ich wähle die zweite Option und gehe zu Fuß über die steile Rue Large, die in die Montée du Grund übergeht, in das Alzette-Tal hinab.

Montée du Grund
Montée du Grund

Der Stadtteil Grund liegt im Tal der Alzette und ist über zwei Wege gut erreichbar. Zum einen kann man am Place du Saint-Esprit einen Lift nutzen, mit dem man innerhalb von wenigen Sekunden von der Oberstadt in das Stadtviertel Grund gelangt. Ich wähle die zweite Option und gehe zu Fuß über die steile Rue Large, die in die Montée du Grund übergeht, in das Alzette-Tal hinab.

Über eine kleine Brücke gelange ich über die Alzette in das Stadtviertel Grund. Aufgrund des Flusses Alzette siedelten sich hier schon früh vor allem Handwerker an. Die kleinen Handwerkerhäuser befinden sich noch heute in gutem Zustand. In den Abendstunden laden die Kneipen und Bars der Wohnsiedlung zum Ausgehen ein. Die Abtei Neumünster befindet sich am Ufer der Alzette und wurde zeitweise als Gefängnis genutzt. 

Das Natur Musée befindet sich heutzutage im vorderen Teil des Abteigebäudes. Dahinter erreiche ich die Kirche St. Jean Babtiste. Direkt an der Kirche befindet sich das Kulturzentrum Abbaye de Neumunster. Hier finden heutzutage Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Brückenzugang Stadtteil Grund
Ausblick auf den Stadtteil Grund
Brücke über der Alzette
Impression Alzette
Abtei Neumünster
Impressionen von Grund
Gärten am Bockfelsen
Gärten am Bockfelsen

Nachdem ich die Abtei Neumünster besucht habe, kehre ich wieder in das Zentrum des Stadtteils Grund zurück und überquere die Alzette. Am anderen Ufer angekommen, gehe ich direkt an der Alzette entlang in Richtung Bockfelsen. Die Landschaft ist äußerst reizvoll und ich komme an zauberhaften Gärten vorbei, die terrassenförmig am Felsen angelegt worden sind. Hier ist nichts vom touristischen Trubel auf dem Bockfelsen und in den Kasematten zu spüren.

Auf Höhe der Pont du Stierchen, die ebenfalls einen Übergang über die Alzette bietet, gehe ich einen kleinen mittelalterlichen Aufstieg direkt am Bockfelsen hinauf, der sehr steil ist.

Der Blick auf das Rham-Plateau entschädigt jede Anstrengung des Weges. Nachdem ich die Anhöhe erklommen habe, befinde ich mich in wenigen Minuten wieder in der Altstadt und gönne mir eine Pause.

Das Kirchberg-Plateau und Europaviertel

Wer eine Abwechslung von der historischen Altstadt haben möchte und moderne Architektur mag, braucht nur die Pont Grande-Duchesse-Charlotte überqueren und wird so zu einem Ausflug in die Moderne gelangen. Die „Rote Brücke“, wie die Pont Grande-Duchesse-Charlotte auch genannt wird, verbindet die Altstadt mit dem Kirchberg-Plateau. 

Ursprünglich war Kirchberg ein kleines Dorf. In den 60er-Jahren wurden die ersten europäischen Gebäude errichtet. Heutzutage erinnert rein gar nichts mehr an das Dorf. Kirchberg ist ein wirtschaftlich stark entwickeltes und modernes Stadtviertel mit Wohngebieten, Einkaufszentren, Sportanlagen, Banken, europäischen Institutionen und dem Luxemburger Messegelände.

Schon von der Pont Grande-Duchesse-Charlotte aus sehe ich die „La Porte“ der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Die beiden Bürotürme sind mit einer Höhe von 68 m sehr hoch.

La Porte
La Porte

Am Anfang der Avenue John F. Kennedy steht vor den Türmen die Philharmonie. Sie steht im Mittelpunkt des dreieckigen Europaplatzes und wurde 2005 eröffnet. Das Bauwerk ist in Form einer Ellipse, die mit 823 Säulen umsäumt ist, gebaut.

Hinter der Philharmonie erhebt sich das gläserne Alcide de Gasperi-Gebäude mit dem European Convention Center und dem 77 m hohen Hochhauskomplex.

Alcide de Gasperi-Gebäude
Alcide de Gasperi-Gebäude

Hinter „La Porte“ liegt ein zentraler Park, der durch das Sportzentrum „Centre National Sportif et Culturel D`Coque“ bereichert wurde. Da das Zentrum nach der Form einer Jakobsmuschel gebaut wurde, hat es den Namen „Coque“ (= Muschel).

Die Coque ist der Übergang zum futuristischen Bankenviertel, in dem sich auch ein riesiges Einkaufszentrum befindet, das neben einem Supermarkt, viele Geschäfte und Restaurants enthält.

Am Ende der Avenue John F. Kennedy liegt das Messegelände. Je weiter ich mich von der zentralen Avenue John F. Kennedy entferne, desto mehr komme ich in die modernen Wohnviertel von Kirchberg, die rund um das Europaviertel gebaut wurden.

Bänkerfigur
Bänkerfigur
KPMG Luxemburg und Deutsche Bank
KPMG Luxemburg und Deutsche Bank
La Grande Fleur Qui Marche (Skulptur von Fernand Léger)
La Grande Fleur Qui Marche (Skulptur von Fernand Léger)
Europäischer Gerichtshof
Europäischer Gerichtshof
Europäischer Gerichtshof
Europäischer Gerichtshof

Der Konrad Adenauer Boulevard verläuft parallel zur John F. Kennedy Avenue und dient mir als Weg zurück. Die Straße führt mich an einer europäischen Schule und an die Universität vorbei. Gehe ich weiter in Richtung Altstadt, komme ich direkt zum Europäischen Gerichtshof mit seinen hohen Bürokomplexen. Der Boulevard endet schließlich an der Banque européenne d`investissement (Europäische Investitionsbank).

Europäische Investitionsbank
Europäische Investitionsbank

Stadt Luxemburg: Immer einen Besuch wert!

Ich habe Luxemburg sehr ins Herz geschlossen. Die Stadt bietet alles, was das Herz begehrt, und das auf engsten Raum: moderne und historische Bauwerke, Natur und Stadt, Arbeit und Entspannung, Politik und Kultur. Wer die Möglichkeit hat und den internationalen Flair mag, sollte die Stadt Luxemburg unbedingt kennenlernen.

Europäische Flaggen am EuGH
Europäische Flaggen am EuGH

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